Loui is coming HOAM!

Dienstag, 25.06.2013

Ich will mich bei euch allen entschuldigen-jaja ich weiß der letzte Blog hat auf sich warten lassen. Aber zugegeben, ich WOLLTE ihn auch ga rnicht fertig schreiben! Ich will diesen Blog nicht beenden, da es mir wirklich viel Spaß und Freude gemacht hat euch allen von meinen Abenteuern und Eindrücken zu berichten. Aber: all good things come to an end!

Daher beende ich diesen Auslandsblog mit einem Eintrag über verwunschene Landschaften am Ende der Welt, Sonnen die nicht untergehen und Studenten, die niemals schlafen wollen! Und zu guter Letzt: Loui is comin' hoam!!

 

Bergen und Midsommar

Bergen ist Norwegens zweitgrößte Stadt und liegt als verschlafene Hafenstadt direkt am Atlantik zwischen zerklüfteten Fjorden. Naja, ich würde gerne die Bezeichnung "Stadt" revidieren - Bergen hat doch eher den Charme eines Fischerdörfchens.

Aber halt. Erst einmal von Anfang an: die letzten Tage in Norwegen, und demnach auch dem hohen Norden, habe ich mit zwei Amerikanern verbracht: Adam und Jacob. Adam habe ich in meiner Zeit in Kalmar kennen gelernt und war natürlich überglücklich auf meiner Norwegenreise ein kleines Stückchen schwedische Heimat dabei zu haben. Außerdem können Roadtrips mit Amerikanern nur ein lustiges Unterfangen werden!

Mittwoch Mittag nahmen wir den Zug von Oslo nach Bergen. Für alle Nicht-Norwegen-Experten: die Zugverbindung zwischen den zwei größten Städten Norwegens ist weltberühmt. Denn auf dieser Strecke müssen so einige Fjorde passiert, Berge überquert und untertunnelt werden. Somit ist diese Zugverbindung die europaweit höchste Bahnstrecke-unschlagbare 1222 Höhenmeter werden erklommen. Und in den knapp 7 Stunden Fahrt kann man eindrucksvolle Naturspektakel bestaunen: Bergseen, verlassene Fjordlandschaften, felsige Bergzüge und sogar schneebedeckte Gipfelkuppen - und weit und breit keine Menschenseele! Das war durchaus die spektakulärste Zugfahrt, die ich bis jetzt miterlebt habe - und das will was heißen, wenn man ein ganzes Semester pausenlos zwischen München und Augsburg gependelt hat!!

Zugfahrt nach Bergen 1222 Höhenmeter wurden noch nie so gemütlich erklommen

Stolze 248 Regentage im Jahr kann Bergen vorweisen - das sind immerhin knappe 70 % des Jahres. Und wir waren wirklich überglücklich, dass wir während unseres Aufenthalts in der Hauptstadt des Regens EINEN regenfreien Tag erwischt haben. In unserem Jugendhostel wurde dies gleich mit einem Aushang gefeiert: Today good weather! Die Stadt war plötzlich wie ausgewechselt: flanierende Leute am Hafen mit Flipflops und Sonnenbrillen auf der Nase, Massen von Menschen in den Fjorden und auf den Wanderwegen. Und so auch wir: ganze sieben Stunden verbrachten wir damit die Fjordlandschaften zu erkunden. Power hiken deluxe! Gegraxelt san mia und insgesamt 4 Gipfel haben wir erklommen.

Warum bitte hat Peter Jackson die "Herr der Ringe" Triologie auf Neuseeland gedreht, wenn er es auch in Norwegen hätte tun können? Naja vermutlich wäre das zu teuer geworden (bei diesen horrenden Preisen: eine Kugel Eiscreme kostet schlappe 5 Euro!), aber ein Stück Mittelerde liegt trotzdem zwischen den norwegischen Fjorden. Verwunschene Wälder, zauberhafte Bergseen, märchenhafte Lichtungen und raue schneebedeckte Gipfel. Man könnte fast meinen, dass jede Sekunde ein barfüßiger Hobbit aus dem Geäst springen könnte.

unberührte Landschaften fast wie im Auenland

Bergen als Stadt selber ist putzig, verschachtelt und wirklich bezaubernd, aber was mich am Meisten erstaunt hat, war der gute Sinn für Humor auf den man hier an jeder Ecke trifft! Sei es beim Wandern, beim Trinken und im Museum... überall wird bespaßt, was das Zeug hält. Angesichts der Tatsache, dass es dort so viel regnet, ist dies doch eine durchaus charmante Art die Sonne in sein Leben zu bringen!

... wir haben unser Bestes getan! All tips go towards a Kill-a-Twilight-fan foundation! Jawoll!

Und nun zu guter Letzt: midsommar! Leider leider wird dieses wunderbare Fest nicht so wirklich in Norwegen zelebriert - jedoch haben wir dieses nach Norwegen gebracht. Und nach einer schlaflosen Nacht kann ich sagen: es stimmt wirklich, die Sonne will und will nicht untergehen. Schlecht für Schichtarbeiter, gut für unermüdliche Studenten!

Midsommar wurde von uns ganz traditionell mit hausgemachten Köttbullar eröffnet. Wir feierten bis in die Puppen und beendeten unseren midsommar-Abend am Hafen mit den Füßen im Wasser baumelnd, den Ausblick genießend und einem warmen 7-Eleven-Cookie in der Hand. Was gibt es besseres?

Das folgende Bild wurde am Fischerhafen in Bergen gemacht. Die Uhrzeit: 3 Uhr morgens.

Bergen, 3 Uhr morgens

Ihr seht also, ich hatte wunderbare und aufregende Tage in Bergen und ich kann wirklich mit gutem Gewissen sagen: das war der perfekte Abschluss für ein perfektes Auslandssemester. Ich kann jedem (!) nur wärmstens ans Herz legen nicht nur den wunderschönen Norden auszukundschaften, sondern auch ERASMUS und allgemein Auslandserfahrungen zu machen. Was ich in dem letzten halben Jahr gelernt und erlebt habe, war unglaublich und hat mich wirklich weiter gebracht!

 

She's coming home - home sweet home

Da Midsommar meine letzte Nacht in Skandinavien war, machte ich mich nach nur knappen drei Stunden Powernap auf den Weg zurück nach Deutschland. Nach sieben Stunden Reise wurde ich dann johlend von meiner bayerischen Delegation begrüßt. Im Gepäck hatten sie nur das Beste aus der Heimat: eine Wienerwürschtl-Brezen-Kette, Bayerntrikots, GUTES Ayinger Bier (endlich!), eine Schwedenfahne und ein eigens umkreiertes FCB-Sieger-Tshirt auf dem stand: "Loui is coming hoam!". Bei so einer Begrüßung kann man doch nur gerne wieder nach Hause kommen.

Jetzt nach einer knappen Woche Zuhause muss ich sagen, dass ich Schweden und meine Mädls sehr vermisse. Aber dieser Sommer in der Heimat wird aufregend und schön (ich werde Tante!) wie lange nicht mehr. Ich werde jetzt erst einmal München und Augsburg neu für mich entdecken und wer weiß, wo es mich dann hin verschlägt. Denn Schweden war erst der Anfang!

Bayerisches Begrüßungskomittee :)

Als Letztes will ich noch eines sagen: ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen durfte und bin überglücklich, dass ich solch ein Glück mit allem und jeden hatte! Denn selbst wenn man im Paradies lebt, nützt dies nichts, wenn die Leute nicht stimmen. Wir haben im letzten halben Jahr ein kleines verschlafenes Hafenstädtchen namens Kalmar, in eine der hippesten und verrücktesten Städte der Welt verwandelt! Und dafür bin ich dankbar und all die Leute, Erinnerungen und Schweden werden immer einen Kanelbulle-großen Platz in meinem Herzen haben!

Ich hoffe ihr alle hattet Spaß beim Lesen meines Blogs, konntet nachvollziehen warum ich das letzte Semester als eine der schönsten Zeiten meines bisherigen Lebens empfunden habe und seid vielleicht nun auch ein bisschen süchtig nach Schweden!

In dem Sinne verabschiede ich mich und freue mich schon auf die nächsten Abenteuer! Vielleicht kommt der nächste Auslandsblog ja dann aus... Usbekistan. Wer weiß? ;)

Hej Verkligheten?!

Sonntag, 16.06.2013

Kann mich mal bitte jemand kneifen? Ist das jetzt wirklich Wirklichkeit? Kann es sein, dass das perfekte Auslandssemester in der Tat ein perfektes Ende findet?

Alle, die meinen Blog eifrig verfolgt haben, werden es wahrscheinlich schon längst bemerkt haben. Eine Sache hat bis jetzt in meiner Schweden-to-do-Liste gefehlt: das einfache, aber wunderschöne Leben à la Skandinavien-Art! Was nichts anderes bedeutet als in einem ochsenblut-farbenem Holzhäuschen auf einer einsamen Insel zu Hausen, mit dem Boot zum nächsten Supermarkt zu schippen, frisch gefangene Meeresfrüchte essen, den Sonnenuntergang abends um 11 Uhr auf der Terrasse zu genießen und über das Leben zu philosophieren. Kein Internet, keine fest installierte Toilette und jede Menge Natur!

Zuhause werde ich liebevoll „Fräulein Etepetete“ genannt, jedoch muss ich zugeben – laaaangsam freunde ich mich mit der Natur an. Bleibt einem ja auch nicht viel übrig, wenn man ein halbes Jahr hier im hohen Norden verbringt.

Wer die Kommentare in den letzten Monaten verfolgt hat, wird gesehen haben, dass meine amerikanische Oma schon seit vielen Jahren Freunde in Norwegen hat und es geschafft hat eine Art Blinddate für mich mit der norwegischen Familie zu arrangieren. Denn seit nun drei Generationen ist die Familie verflochten und warum sollte man das nicht auch auf Deutschland ausweiten?

Demnach verbrachte ich meinen ersten Teil der Skandinavien-Abschiedstour mit den Freunden meiner Oma. Für das Wochenende entführten mich diese auf eine der Schärengarten Inseln im Oslofjord, genannt "Hvaler". Und als ob sie es gewusst hätten: was erwartete mich? Ein ochsenblut-farbenes Blockhaus auf einer kleinen einsamen Insel und Natur, Natur, Natur! 

Leben wie Gott in Norwegen! Ferien auf Saltkrokan 2.0.

Drei Tage durfte ich diesen Traum leben. Wir unternahmen Bootstouren (Insel hopping!), spielten Boccia und Kartenspiele um die Wette, aßen frische Muscheln, erkundeten benachbarte Inseln... Ich fühlte mich, als ob man mich in ein Astrid Lindgren Buch versetzt hätte!

Ferien auf... Hvaler! Sonnenuntergang um 11 Uhr Abends Bootsfahrt auf dem Oslofjord

Im Grunde gibt es nicht so viel zu erzählen. Im Gegensatz zu den Monaten in Schweden, waren diese Tage ruhig und gemütlich. Aber ich genoss jede einzelne Sekunde meines skandinavischen Märchens! Nach dem ganzen Packstress in Kalmar und dem emotionalen Stress ganz zu Schweigen, war es wunderschön, die Seele baumeln zu lassen.

Und die norwegische Gast-Familie? Gewöhnlich haben Blinddates einen äußerst schlechten Ruf und es wird ihnen nachgesagt, dass diese Liaisons meist von kürzerer Dauer seien. Doch ich habe mich in diese Familie verliebt und hoffte inständig bis zur letzten Sekunde doch noch adoptiert zu werden (tut mir leid meine lieben Eltern, aber wer kann "nein" zu einem Ferienhaus im Oslofjord sagen? ;) .

Und ganz im Gegensatz zu schlechten Blinddates, hoffe ich auf eine langfristige Bekanntschaft. Vor allem mit den beiden Töchtern (beide in meiner Altersgruppe) habe ich mich blendend verstanden. Diesen Winter wird wahrscheinlich schon zusammen in den Alpen Ski gefahren! Danke also Oma für die Verkupplung. Und ein großes Dankeschön an die Familie! Dieses Wochenende war unbeschreiblich!

 

OSLO... wer?

In dem Zug auf dem Weg von Kalmar nach Göteborg unterhielt ich mich nett mit einem Amerikaner. Auf die Frage wohin mich mein Weg denn nun bringen würde, kam folgende Reaktion meines Begleiters: "Oslo hmm... where exactly is this city?". Jaha - und genau die gleiche Einstellung hatte ich ebenfalls. Klar sind meine geografischen Kentnisse ein wenig tiefgehender und ich konnte mit Sicherheit sagen, dass Oslo die Hauptstadt Bergens ist, jedoch hatte ich kein konkretes Bild von Oslo in meinem Kopf. Doch wie auch schon die anderen nordischen Hauptstädte zuvor, hat auch nun Oslo mein Herz für sich erobert.

Am Ufer der Oslofjords glänzt die Hauptstadt Norwegens und erstreckt sich spinnengleich über die Ausläufe des Fjords und dessen Berglandschaft bis hin zur Skisprungschanze Holmenkollen. Dieses wahre Juwel einer Hauptstadt bietet alles, was ein deutsches Touristenherz braucht: Berge, aber auch Meer und Strand, Vikingerschiffe aus längst vergangenen Tagen und eine mittelalterliche Festung, Knäckebröd, Brown Cheese und frischen Fisch, moderne Neubaugebiete ebenso wie typisch skandinavische Blockhütten, grüne Parkanlagen, öffentlichen Nudismus wo man auch hinsieht (äußerst frivole Skulpturen, Nacktbader etc.) und -nicht zu vernachlässigen- ein Königshaus!

In nur 36 Stunden habe ich so ziemlich alle Touristen To-Dos abgelaufen und per Schiff erkundet - angefangen beim Viglandsparken, bis hin zum Schloss (ich habe per Zufall sogar König Harald+Leibgarde in sein Schloss einfahren sehen!!), Tjuvholmen, der Oper, dem Vikingermuseum und der alten Festung. Und da ich im eigentlich eher frostigen Norwegen sommerliche Temperaturen um die 25 Grad genießen durfte - besuchte ich den wunderschönen Stadtstrand Huk und badete im 18° C warmen Oslofjord (ja 18°C sind durchaus warm, wenn man davon ausgeht, dass ich schon im Arctic Ocean gebadet habe!).

In meinem Jugend Hostel in Göteborg traf ich auf einen Kanadier (diese Person verfügte über bessere geografische Kenntnisse als der Amerikaner zuvor...), welcher mir vehement von Oslo abgeraten hat. Warum fragt ihr euch? "Too much nature! You can't escape it!". Zum Glück bin ich diesem Rat NICHT gefolgt und konnte somit diese wundervolle Stadt für mich erobern! Zu viel Natur? Niemals! Genau das macht den Charme Oslos meiner Meinung nach aus. Urbanes Städteleben, wo man auch hinsieht, aber man braucht nur einmal umfallen, nur einmal um die Ecke schauen und man steht praktisch schon im nächsten Park/Wald/Fjordufer/Strand. Ich hoffe nur, dass ich und meine positive Einstellung zu dieser Stadt mehr Wellen schlägt, als die des naturverneinenden Kanadiers!

Holmenkollen Sprungschanze Viglandsparken Oslo darf ich vorstellen: der König von Norwegen und Eskorte! Vikingerschiff

Und zu guter Letzt noch -bevor ich mich aus der Perle am Oslofjord nach Bergen verabschiede- eine kleine Sensation für euch auf den Weg... ich habe im Osloer It-Distrikt "Tjuvholmen" endlich meinen ersten und leider einzigsten (!) in freier Wildbahn lebenden Elch zu Gesicht bekommen:

finally saw an elg in Skandinavia!

Tusen tack Oslo! Norge, jeg elsker deg!

One night in Göteborg

Donnerstag, 13.06.2013

Müsste ich den schwedischen Städten Farben zuweisen, wäre Stockholm königsblau, Malmö rot und Göteborg… eindeutig grün! Grün, grün, grün wohin man auch sieht. Zwar wird diese Stadt als Amsterdam des Nordens gehandelt, jedoch werden die grachtenähnlichen Brücken von den vielen atemberaubenden Parks, Gärten und Blumenarrangements in den Hintergrund gedrängt.

Kungspark Brunnsparken

Diese Stadt hat mir in den wenigen Stunden, die ich in ihr verbracht habe, den Kopf verdreht. Normalerweise kann ich mich auf meinen Orientierungssinn verlassen (Papa’s Schule sei Dank), jedoch hat mir diese Stadt nen Drehwurm verpasst. Gewundene Straßen, plötzlich auftretende Sackgassen und Straßen, die auf der Karte nicht vorhanden sind, haben diese Stadt in ein wahres Labyrinth verwandelt.

Götaplatsen mit der berühmten Poseidon Statue Nordstaden

Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens und hat eine ganz eigene ("interessante") Schönheit. Sie besitzt praktisch von allem ein bisschen, ist weder Fisch noch Fleisch. Moderne Opern-/Kulturhäuser und Bürogebäude treffen auf raues Hafenindustriegebiet. Rote Backsteingebäude treffen auf dezenten Klassizismus. Großstadtcharme in der Innenstadt trifft bürgerliche „typisch schwedische“ Spießerhäuser in dem Bezirk Vasastan. Und genau diese Vielfalt in einem macht den ganz besonderen Reiz aus. Ich wünschte ich hätte mehr als nur ein paar Stunden in dieser Stadt gehabt, um ihr noch mehr auf den Zahn fühlen zu können. Doch ich werde mich eventuell für ein Masterprogramm an der Universität in Göteborg bewerben, daher -wer weiß?- vielleicht kriege ich ja die Chance dazu.

Bevor ich morgen nun Schweden verlasse... Noch eine Kanelbulle für den Weg und ein warmes "Ich komme wieder! Sverige, vi ses."!

Time to say goodbye!

Dienstag, 11.06.2013

Der Tag ist gekommen. Black Thursday. Der Tag an dem ich mich von Kalmar und meiner Zeit als ERASMUS Studentin verabschieden muss. Die letzte Woche war wahrscheinlich die intensivte meiner ganzen Zeit hier. Lappland war nichts im Vergleich zu den extremen Verhältnissen denen ich hier ausgesetzt war - sowohl emotional, als auch physisch. Angefangen bei der Tatsache, dass jeden Tag eine andere ans Herzen gewachsene Person tränenreich von mir Abschied genommen hat, bis hin zu dem Kampf mit den Essensresten. Ich muss gestehen, dass ich mich die letzten 4 Tage fast ausschließlich von Reis mit Süßsauersoße und Spaghetti mit Ketchup ernährt habe. (Das klingt zugegebener Maßen wahrscheinlich schlimmer, als es in Wirklichkeit ist!) Um das ganze noch zu toppen, haben auch die schwedischen Mücken mir demonstriert, wie sehr sie mich und mein Blut lieben. Mein Körper ist über und über gespickt mit ihren Stichen! Und nun ratet mal wie viele Stiche ich durch die Mücken hier bekommen habe? Naja ihr kommt sicher nicht drauf - 46 sind es an der Zahl, 21 allein am linken und 25 am rechten Bein!

Was haben wir also so alles getrieben in der letzten Zeit? Wir haben die letzten Tage fast 24 Stunden miteinander verbracht, das herrliche Wetter ausgenützt (24° C und Sonnenschein-im Vergleich zum regnerischem Deutschland, war Schweden das Paradies!), unseren Kummer feierlich begossen und gewisse Routinen ein letztes Mal "for old times sake" bewusst genossen (fika, fika, fika!). Ich bin eine der letzten Personen, die Kalmar verlässt und ich bin auch froh darum! So kann ich nicht nur alle meine Freunde und mein (noch) Zuhause bis zur letzten Sekunde genießen, sondern ich habe auch nicht das Gefühl irgendetwas zu verpassen.

Mir bricht das Herz dieses kleine schwedische Städtchen zu verlassen, jedoch freue ich mich auch schon sehr auf die nächste Woche. Welche sicherlich ein Abenteuer werden wird und ebenso sehr bin ich schon aufgeregt nach Hause zu fliegen und die alten Pappnasen wieder sehen zu können!

Warum wird die nächste Woche aufregend? Ganz einfach - Knödel on Tour heißt immer Abenteuer deluxe! Ich werde nämlich von Kalmar nach Göteborg fahren, um den letzten Punkt auf meiner "To Do" Liste abhaken und die Stadt für volle 24 Stunden erkunden und für mich gewinnen. Anschließend werde ich nach Norwegen fahren und für ein Wochenende auf einer kleinen Insel mit Freunden der Familie verbringen.

Oslo wird als letztes der skandinavischen Hauptstädte erkundet und die letzten Tage meiner Reise verbringe ich dann im Westen Norwegens. In Bergen werde ich mit einem amerikanischen Freund ("Adam") und seinem Bruder die Fjorde auf- und abwandern und es darf eines natürlich nicht fehlen - Midsommar! Dieses skandinavische Fest wird das krönende Highlight meines Auslandssemesters werden. Am darauf folgenden Tag geht es dann schon nach Hause, zurück ins schöne Bayern!

Doch hier noch einige kleine Eindrücke für euch, wie ich Schweden kennen und lieben gelernt habe. Und ich will euch zeigen, was für eine tolle ERASMUS-Zeit ich hatte und ich kann euch damit hoffentlich vermitteln, wie schwer es ist dieses Land und das Leben, welches ich in den letzten sechs Monaten gelebt habe, zu verlassen!

vackert slottet! Slotts parket! min Kalmar snyggt Kalmar världens bästa! Ausblick aus meiner WohnungSOMMAR i Sverige

svenska nationaldagen ich will mehr Meer! cozy cafés for fika! Natur pur! Tre Kronor Patriotismus! Schnee, Schnee, Schnee! und noch mehr Schnee! ich habe in meinem ganzen Leben nicht so viele Süßigkeiten gegessen, wie hier in Schweden in einem Semester! :D schwedisches design darf natürlich auch nicht fehlen ;)

Natürlich werde ich euch von meinem Norwegen Abenteuer berichten und wie ich Midsommar gefeiert habe! Aber jetzt heißt es - Koffer packen, mit Mückenspray und den besten Erinnerungen auf in ein weiteres Abenteuer!

(Liebes-) Kummer lohnt sich nicht, my Darling!

Mittwoch, 22.05.2013

Jetzt ist es langsam soweit: der Anfang vom Ende. Wie die Domino-Steine, verlässt nun einer nach dem Anderen Schweden. Bis jetzt war unsere Gruppe von dem großen Abschied verschont geblieben, doch in ein paar Tagen ist es soweit: die erste verlässt unsere Reihen. Ausgerechnet eine der anfangs belächelten Dutch-girls wird uns als erstes das Herz brechen!

Doch bis zu dem Tag des ersten Abschiednehmens, wollten wir noch ein letztes Mal in unserer Runde so viel wie möglich mitnehmen und eine schwedische 24/7-Bespaßungs-Woche daraus machen: angefangen von täglichem Fika-orgien, Köttbullarverköstigungen, einem letzten Mal gemeinsames Feiern bis hin zu einem Tagesausflug nach Öland, einem Picknick am Meer, einem Ausritt durch die Wälder Smålands, einen Besuch in einem der größten Elchparks Skandinaviens und einer Kanutour durch die Kanäle Kalmars. Ganz nach dem Motto: Ablenkung ist das Beste Mittel gegen trübe Abschiedsgedanken!

 

Canoeing for beginners

Da Kalmar praktisch auf dem Wasser schwimmt und man nur umfallen muss, um wieder auf Meer zu treffen, liegt es nahe, dass man sich die Stadt auch mal vom Wasser aus besichtigen sollte. Demnach paddelten wir wagemutigen Austauschstudenten in einer Gruppe von knapp 30 Leuten, bei 10 Grad Außen- und 8 Grad Wassertemperatur, Nieselregen und widrigen Windverhältnissen gen Kalmarsund.

Ganz nach dem Motto "wir sitzen im selben Boot" wagten wir uns auf die See. Nach knappen 60 Minuten, hat unser "Boot" und meine Crew es dann auch endlich einmal geschafft, das Boot vor lauter Strömungen in den Griff zu kriegen. Danach ging es auch dann endlich los - durch ein Labyrinth aus Meeresmündungen, das Brutgebiet aggressiver Schwäne, Brücken und kleineren Schleusen, fuhren wir bis zum Schloss ("Kalmarslott") und wieder zurück.

Bei unserem eher unbeholfenen Beginn, hätte ich ja wetten können, dass unser Kanu kentern würde, doch wir blieben weitestgehend trocken. Dafür schafften es (welch Überraschung!) unsere Dutchgirls ihr Kanu zum kentern zu bringen.

 

Girly-Roadtrip to Öland - we are living in the most beautiful country in the world!

meine Mädels Ölands Steinküste  on the road again little stone henge  Öland sea shore Borgholm

Wir Mädels haben uns für dieses Wochenende zwei Autos gemietet und sind für einen Tag auf die benachbarte Insel Öland gefahren. Nach fast einer Woche schlechtem Wetter, schien an diesem Tag die Sonne nur für uns und zeigte Öland in seiner prächtigsten Schönheit!

Wir sahen nicht nur das Nordkap, sondern auch Hügelgräber und Windmühlen über Windmühlen. Glatte Felsen und Strandküsten zieren die Kalksteininsel Öland und es scheint, als ob die Insel von mehr (freundliche) Kühen und Kamelen (kein Witz! Es gibt eine Kamelfarm auf Öland), als Menschen bewohnt wird.

Nach einem ausgiebigen Fika auf einem kleinen abgelegenen Bootssteg, der Fahrt an der Küste Ölands, kleineren Autoparties und einigen Runden Steine-springen Lassen, wurde der Tag erst richtig perfekt! Was für einer wunderschöne Zeit und was für ein wunderschönes Land, in dem wir gerade leben! Ich kann mir kein besseres Land mehr vorstellen, in dem Michel, Pippi und Co. hätten aufwachsen können!

 

Das Glück der Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde

Was haben wir uns da wieder in den Kopf gesetzt? Nach Michels und Lukas Vorbild, versuchten wir uns auch: auf Pferden durch die Wälder Smålands preschen - das war der Gedanke! Die Umsetzung war dann doch eher... interessant.

In strömenden Regen sind wir (7 Mädels) auf Isländern einen knappen Kilometer geritten. Warum nur so kurz? Naja wir ängstlichen Dinger, haben uns weder getraut schneller zu Reiten noch sind wirklich fest im Sattel gesessen. Ich sollte das hier vielleicht korrigieren - nicht WIR saßen wackelig im Sattel, ICH saß nicht fest im Sattel und wurde gleich zwei Mal vom Pferd geworfen. (Und nein, das war nicht meine Schuld, sondern die Schreckhaftigkeit meines Pferdes gegenüber Autos...).

Michel: du und ich Lukas!

 

Time to say goodbye

Nach diesen ereignisreichen Tagen, ist es jetzt soweit. Es ist Sonntagabend und morgen Früh wird die Erste unsere Runde verlassen. Zu diesem Anlass haben wir uns alle die gleichen T-Shirts gekauft auf denen steht: "I never liked you anyway". Ein wenig schwarze Ironie, um dem traurigen Abschied ein Lächeln abzugewinnen.

meine T-Shirt Beschriftung

Auf die Rückseiten haben wir dann jeweils Sprüche und Insider für die Zukunft geschrieben, um das festzuhalten, was wir gerade hier erleben zusammen!

von links: Mariola, Maike, Louisa, Paulina, Anne, Maureen

Egal, wie traurig ich sein werde und egal, wie viele Tränen fließen werden - am Ende muss man sich auch den Gedanken im Kopf behalten, dass jedes Ende auch gleichzeitig einen Anfang darstellt. Und es ist der Anfang einer hoffentlich lang anhaltenden internationalen Freundschaft. Denn man sieht sich ja hoffentlich mehr als zweimal im Leben.

Das erste Cliquen-Revival ist schon längst angesetzt: (surprise surprise) meine Feiermädls kommen zum Oktoberfest zu Besuch (es tut mir leid meine liebe Familie, aber die Dutchgirls werden dann ihren Frohsinn ein ganzes Wochenende auf euch rieseln lassen :D da führt leider kein Weg mehr daran vorbei!). Und die Neujahrsnacht soll dann in Krakau gefeiert werden. Man sieht... es wird aktivst daran gearbeitet, dass eine Freundschaft bestehen bleibt. Demnach: (Liebes-) Kummer lohnt sich nicht, my Darling!

Das schwedische Frühlingserwachen

Freitag, 17.05.2013

Ich bin kein sonderlicher Wintertyp, nein ich liebe den Sommer, die Sonne und Sand zwischen meinen Zehen. Da fragt man sich wirklich, wieso es mich in das kalte Schweden gezogen hat.

Ich muss sagen, dass es einige gute (rationale) Gründe dafür gab. Und klar hat mich dieses Land wirklich überzeugt. Doch wirklich verliebt habe ich mich erst in den letzten paar Tagen!

Denn es ist Frühling, es riecht nach Sommer!

Das Land präsentiert sich auf die wundervollste Art und Weise und jeder Schwede, jeder müde drein blickende Elch und jede noch so kleine Blume, lechzen förmlich nach Sonne, Sonne, Sonne!

Ich habe euch zwar schon ein wenig davon berichtet, wie Schweden zu neuem Leben erwacht, sobald die Sonne raus kommt. Jedoch, dachte ich mir-wäre es längst an der Zeit, euch dies per Fotostrecke zu vermitteln!

Fahrradausflug BBQ in the sun!Kalmarsund svenska färger! Lindö  Jag älskar Sverige! draußen ist die wirkliche Party! Ob ich friere? Jeder Grad über 0° C wird gefeiert!

Schweden besteht zu knapp 80% aus Wald.

 

Und zu guter Letzt noch eine nette kleine Entdeckung, die ich in einem Second Hand Shop in Kalmar gemacht habe. Es gibt ein schwedisches Kinderbuch, dass meine Lebensgeschichte aufzeigt. Nein, nicht ganz, aber der Titel "Jag heter Louisa" ("Ich heiße Louisa") passt doch für den Anfang schon einmal ganz gut! Und in dem Laden habe ich auch für 80 Cent eine uralte schwedische Ausgabe von Astrid Lindgrens Lotta gefunden, an der ich mich jetzt probieren werde!

In dem Sinne - liebste Grüße aus dem sonnigen Kalmar!

Javisst, det är jag!

eine schrecklich nette Familie in Kalmar

Samstag, 04.05.2013

Letzte Woche bekam ich zum zweiten Mal Besuch in Schweden. Und ich muss sagen, es ist jedes Mal wieder komisch, wenn ein Stückchen alteingesessener Heimat, in das neue Zuhause kommt. Und dieses Mal holte ich mir sogar einen kleinen Teil der Familie zu mir in den Norden: ich bekam Besuch von meiner Mutter und meiner Oma (+ einer Freundin von meiner Mutter, die aber auch schon zur Familie zählt).

Trotz nächtlich-panischer Putzaktionen, dem Packen von eventuellen Notfallkoffern (kleiner Scherz) und den flauen Befürchtungen, dass es nach dieser langen Zeit komisch sein könnte, auf so kleinem Raum mit der Familie auszukommen - muss ich sagen, dass ich eine wunderschöne Zeit hatte. Ich habe nicht nur meine Mutter und meine Oma genießen können, sondern ich konnte auch ganz neue Seiten Schwedens entdecken und ich konnte meinen Gästen vermitteln, warum ich hier momentan eine so wundervolle Zeit habe!

Aus diesem Anlass gebe ich das Wort daher weiter an meine Mutter - genießt den zweiten Gastblog. Hej hej allihopa!

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Heja Sverige – here we come!

Unglaublich, aber wahr: wir waren in Schweden! Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich endlich meine Tochter wieder in den Arm nehmen.

Route: München – Kopenhagen (2 Tage Aufenthalt ohne Loui) – Kalmar und zurück!

Und wer ist wir? Ursprünglich wollten wir als Kleeblatt reisen, letztendlich wurden es jedoch krankheitsbedingt nur 3: Louisas Oma Lilo, Michaela eine liebe Freundin und dann natürlich ich!

Wir hatten beschlossen uns 2 Tage Kopenhagen zu gönnen um zu sehen ob bei uns evtl der Funke übersprungen würde, den Louisa so vermisst hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein ist er nicht! Warum nicht? Kopenhagen ist schön, sauber, die Meerjungfrau zu vernachlässigen, die Häuser und Nyhavn sind atemberaubend, - aber ansonsten fehlt dieser Stadt das Flair einer Hauptstadt, das gewisse Etwas. Egal.. die Tage waren wettermäßig viel besser als vorhergesagt; aber alles war extrem: extrem sauber, extrem übersichtlich, extrem voll mit Touristen und extrem... teuer!. Aber das extremste, und für uns 3 absolut charmanteste: Kopenhagen ist DIE Radlstadt schlechthin! Fahrräder in Massen, soweit das Auge reicht. Hunderte von Radlständern vor der Metro, eigene Radlspuren.. unglaublich. Und jeder Däne scheint den Ehrgeiz zu besitzen sein Rad  als absolutes Unikat zu präsentieren. Es existieren Fahrräder in buchstäblich allen Farben, Größen und „pimp my bike“:

gestrickte Drahtesel

Aber auch andere skurrile Fortbewegungsmittel sind uns begegnet:

we proudly present: the WC mobile

Aber das absolute Highlight Kopenhagens war unsere Ankunft im Hotel, nachdem wir zu dritt fußkrank (Kopfsteinpflaster über Kopfsteinpflaster!) am Hotel angekommen sind: Louisa hat mich überrascht und kam unangekündigt nach Dänemark! Ich war völlig aus dem Häuschen vor Überraschung und Freude. Eine ganze Bande von Verschwörern war zuhause eingeweiht, hat dichtgehalten; tatsächlich ist keine einzige Andeutung bei mir durchgesickert,  Respekt! Im Rückblick hat sich diese Überraschung als totaler Glücksgriff erwiesen, da wir somit ganze 6 Tage (anstatt ursprünglichen 4) zusammen verbringen konnten, alles andere wäre viel zu wenig gewesen!

 

Nach den ersten beiden Tagen sind wir dann glücklich – über die Öresundbrücke (genialer Ausblick!) -  in Kalmar, Louisas derzeitiger Heimat, angekommen. Lt. Reiseführer hat Kalmar ca. 38.000 Einwohner. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln, da sich mir der Eindruck aufdränget, mehr als 500 Einwohner hätte dieses Städtchen nicht. Warum? Hier ist alles so putzig, klein, übersichtlich, keine Hochhäuser, lauter schiefe, einmalige bunte (rote, blaue, gelbe) Holzhäuser mit den liebevollsten Fensterdekorationen, Meer und Natur überall. Diese Stadt nahm uns sofort gefangen mit seinem Charme.

Die nächsten Tage waren randvoll gefüllt mit „To-Do’s“: Louisas Wohnung anschauen (super geräumig und hell), von Loui bekochen lassen (Mega lecker), die Stadt erlaufen, Malmö besuchen sowie einen Ausflug nach Oeland wo wir u.a. den langen Erik und eine 900 Jahre alte Trolleiche bewundern konnten.

3 Generationen in Schweden der lange Erik wunderschönes Öland

Loui der Banause meinte lakonisch „Eine TrollLeiche“ wäre spektakulärer gewesen! Ha ha..

Ölands Trolleiche

Leider haben wir keine der angekündigten freundlichen Kühe getroffen, schade!

freundliche Kühe auf Öland

Und natürlich frönten wir ausgiebig dem schwedischen Nationalsport: Fika, fika, fika.... Der Schokoladenkuchen im cosy cafe, ist tatsächlich out of the world!

Leider vergingen die Tage viel zu schnell und ich kann abschließend nur folgendes Fazit ziehen: Ich habe nie verstanden warum sich Louisa Schweden ausgesucht hat, ein Land im Norden, kalt, windig, teuer. Jetzt kann ich ihre Faszination, ihre Liebe zu diesem Land, so gut verstehen, dieses Land hat so viel zu bieten, was Deutschland vermissen lässt:

-   Sauberkeit und Freundlichkeit  (überall saubere Toiletten!)

-   Kinder sind die totale Nr. 1 in Schweden, schaut euch die Spielplätze an! Ein Traum!

-   Natur und Wasser überall

-   Freie Bildung für alle (u.a. freier Museumseintritt von Donnerstag – Sonntag!)

-   Tolle Bildungseinrichtungen

Louisa hat vor knapp einem Jahr in ihrem Bewerbungsschreiben für Schweden geschrieben: „Ich würde mich freuen dieses Land kennen lernen zu dürfen und mich selbst davon zu überzeugen, dass Schweden nicht nur aus Pippi Langstrumpf, Knäckebrot und Elchen besteht!“. Wir durften uns davon überzeugen, dass Schweden weit mehr zu bieten hat!

Obwohl das Knäckebrot super lecker ist, wir leider keinen Elch gesehen haben, und Pippi nur in einem Land wie Schweden gelebt haben könnte! Ich – wir- kommen bestimmt wieder!

vier femme fatales

Friends reloaded! I'll be there for you!

Freitag, 19.04.2013

Ich würde gerne zu Beginn ein Gerücht aus der Welt schaffen: nein, ich wohne nicht im Sibirien Schwedens. Ja, auch wir haben diese Woche schwindelerregend hohe Temperaturen erreicht und ja, auch bei uns ist der Sommer in Sicht!

Hier ein kleiner Einschub und (für euch) unnützes Wissen: Woran erkennt man, dass in Schweden der Sommer Einzug hält und man nun allgemein dem Winter endgültig den Rücken gekehrt hat? Man sieht das daran, dass alle Schweden ihre Häuser und Gartengarnituren anfangen in der typisch karminroten Farbe zu streichen! Dieser Brauch ist wunderbar anzusehen: Groß und Klein bekleckert sich in Blaumännern mit Farbe und bei frühlingshaften (oder für schwedische Verhältnisse: sommerlichen) 17°C im Sonnenschein hat man da gleich selbst die größte Lust, sich auch einen Pinsel zu schnappen.

kollektives gartenmöbel-streichen im Hinterhof

Und ganz im Sinne des großen Frühlingserwachens, fangen jetzt schon die ersten Stechmücken an sich auf das große Blutsaugen vorzubereiten. Die ersten Stiche zieren sogar schon meine Beine! Alles in allem kann also der Sommer kommen.

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Da ich jetzt schon so viel von meinen Reisen und Ausflügen erzählt habe, dachte ich mir ist es wieder einmal an der Zeit vom ganz normalen Alltag hier in Schweden zu berichten. Das wichtigste hab ich noch kaum erwähnt: meine Mädels!

Nach der ersten Hälfte unseres Auslandssemester hab ich endlich meine perfekte Gruppe gefunden und sie besteht aus fünf netten und bunt zusammen gewürfelten Mädls. Da Vinci wäre sicher unser größter Fan, denn unsere Gruppe weist in so ziemlich jeder Hinsichten einen goldenen Schnitt vor: 3 Blondinen, 3 Brünetten; 2 Polinnen, 2 Holländerinnen und 2 Deutsche; 2 BWLerinnen, 2 MUKler (Medien und Kommunikation) und 2 Journalismus-Studentinnen; 2 ehemalige Schwimmerinnen, 2 Unsportliche und 2 faule Couchpotatoes; 2 Whoo-girls, 2 Schüchterne und 2, die "a number for themselfes" sind... die Liste ist lang. (Alle hellen Köpfe unter euch haben sicherlich schon bemerkt, dass das natürlich NICHT dem goldenen Schnitt entspricht-aber ich denke Da Vinci würde bei uns netten Mädls jedoch sicher ein Auge zudrücken und das mit Zwinkern durchgehen lassen!)

Und ich muss zugeben, dass sich bei mir ein gewisser Lerneffekt aufzeigt hat. Am Anfang war ich, zugegebener Maßen, doch eher vor den Kopf gestoßen von der Lautheit und (sagen wir mal) übertriebenen Offenheit der Holländerinnen (oder wie ich sie liebevoll genannt habe: "Whoo" Girls) - doch ich muss zugeben, dass sie wirklich sehr nett sind und wenn man hier im Norden tagtäglich ausschließlich mit restriktiv-eisigen Schweden ausgesetzt ist, ist diese warme Art doch sehr erfrischend!

v.l.: Paulina, Mariola, Anne, Louisa, Maike, Maureen

Zusammen in unserer Gruppe treffen wir uns mindestens einmal in der Woche zum Backen (Kanelbulle, NY Cheesecake, schwedischer Schokoladenkuchen etc.), Kochen (BBQs im Schnee, Sushi, Schokopizza und und und), Ratschen (vor, während, nach fika), Feiern, Sporteln (Bikini-workout, Radltouren, Spaziergänge, Joggen) oder sonstigen sozialen Aktivitäten. Hier z.B. mein ganz persönliches Highlight dieser Woche:

 

Ein Abend mit dem unglaublichen... Kalmar FF!

Da wir langsam, aber sicher, schon auf das letzte Drittel unseres Auslandssemester zuschreiten, haben wir beschlossen eine To Do-Liste aufzustellen, was wir hier alles noch erleben wollen bis es für uns wieder zurück nach Hause geht. Und da wir alle Bespaßungsmöglichkeiten hier in Kalmar mitnehmen wollen, war ein Besuch bei einem der Fußballspiele des Kalmar FFs unumgänglich!

Kalmar FF - Helsingborg IF (1:1)

Kalmar FF - Helsingborg IF cheeren mit den Whoo girls

Jedoch muss ich hier zugeben: wenn man deutschen Fußball (und v.a. den FCB) gewöhnt ist, kann einen der KFF nicht sonderlich beeindrucken. Dennoch - Zusammen mit den beiden holländischen Whoo-Girls war es unvermeidlich, dass ich viel Spaß und gute Stimmung bei dem Spiel genießen konnte.

Da es leider diese Woche noch zu kalt und windig war, um bei dem Spiel zu Flitzen, haben wir beschlossen gleich Anfang Mai wieder ein Spiel des KFF zu besuchen. Somit würden wir es sicher hier in die lokalen Zeitungen schaffen ;)

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Da ich ab Morgen für drei Tage in Talin sein werde und ich danach Besuch von meiner Familie bekomme, wird es eine kleine 10-tägige Blog-Pause geben. Ich muss mich ja schließlich vorbereiten: putzen, putzen und noch mehr putzen. Es kommt ja schließlich Frau Mama! ;)

In dem Sinne verabschiede mich bei euch und wünsche eine schöne Woche!

She's on the road again!

Montag, 08.04.2013

Jag älskar Sveriges huvudstaden - Stockholm!

Nachdem ich die ersten 24 Stunden nach meinem Lappland-Trip mit Waschen, Regenerieren und nebenbei dem Bewältigen zweier Klausuren im trauten Kalmar verbracht habe, ging es an Tag 2 schon gleich weiter. Denn ein Globetrotter wie ich, hat Hummeln im Hintern. [und will auch Vatis Geld verprassen] ;) Deswegen ging es mit einer kleinen eingespielten Truppe per Auto-Roadtrip in Schwedens Hauptstadt - Stockholm! Was heißt eingespielt? Zwei Deutsche, zuständig für die Navigation, Kalkulation und Planung der Reise, eine für das Auto zuständige Polin und ein Franzose zur allgemeinen Belustigung - und schon ist die interkulturell bereichernde Erasmus-Gruppe vollständig!

Reisegruppe Road Trip!

Stockholm kann durchaus als das Venedig des Nordens bezeichnet werden - überall ist Wasser, nichts als Wasser! Es scheint fast, als ob die Wikingerstadt auf dem Wasser tänzelnd schwimmen würde. Die Stadt besteht praktisch aus Brücken, welche sich wie ein Spinnennetz durch die Schwedische Metropole ziehen. Verlaufen kann man sich deswegen auch nur sehr schwer in Stockholm.

Stockholm und seine Bewohner sind, verglichen zum verkühlten Rest Schwedens, wahrlich warmherzig. Die Stadt kann somit als Latino-Herz Schwedens betrachtet werden: Angefangen bei der Gamla Stan ("Altstadt"), die durch ihre verschachtelten Gässchen, ihre verwachsenen Märchen-Hinterhöfe und Cafés (fika fika fika!) so mediterran wirkt, dass man am liebsten gleich an der nächsten Ecke ein Gelato kaufen würde, wenn es nicht so unglaublich kalt und windig wär! Doch die Stockholmer betrachten sich selber, als Italiener des Nordens!

Selbst die Tatsache, dass Minusgrade herrschen, beachten waschechte Stockholmer gar nicht erst. Wie, als ob sie wirklich gerade in Venedig herum-flipfloppen würden, tänzeln leicht bekleidete schwedische Modepüppchen durch die Innenstadt, partout dem eisigen Windstoß strotzend. Wenn das nicht wahrhaftige nordische Diven sind! Ich persönlich verstehe das ja gar nicht - jeder, der meinen Lappland-Blog verfolgt hat, sieht doch wie unglaublich modisch und feminin quitschgelbe-lapplandresistente-Winterjacken sein können, oder etwa nicht?! ;)

Was mir an dieser Stadt besonders gefallen hat, ist die Mischung aus verschiedensten Kontrasten: mediterrane Altstadt, prunkvoll-klassizistische Bauwerke im Regierungsviertel, gefolgt von moderner Architektur im Downtown und alternative Szeneviertel mit den schrägsten Gestalten, die ich je zu Gesicht bekommen habe.

 an Platz wird hier in Stockholms Straßen gespart! Knödel in Stockholm! Gamla Stan! Gamla Stan

Das Sight Seeing in Stockholm war leider eine kleine Odyssee. Im Grunde kann man sich zwar die meisten Attraktionen erlaufen, was man jedoch nicht zu Fuß und frei Schnauze erledigen kann, ist entweder unglaublich teuer (ein Eintritt in das Kunstmuseum der Moderne ab 200 Kronen für 4 Stunden - natürlich schon nach dem Abziehen des Studentenrabatts) oder gerade für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Warum geschlossen? Ganz einfach: weil es Sommer sein muss, um die wirklich interessanten Dinge, wie das Vasa Museum, das Stadshuset oder den Stockholmer Scherengarten, zu besichtigen! Sommer in Schweden? Ja richtig, das war auch genau meine Reaktion auf diese Auskunft. Soll heißen: die Top Attraktionen öffnen erst ab Mai. So ein Pech aber auch, jetzt muss ich noch einmal in diese wundervolle Stadt fahren!

Meine persönlichen Highlights: ein nächtlicher Spaziergang durch die Gamla Stan wenn alle Touristen weg sind; der wunderschöne Hafen am Nybroplatsen; ein witziger Besuch im Stockholmer Stadsmuseet; die Sprint Langlauf WM in Stockholms Altstadt, bei der wir zufälliger weise mit fiebern durften; das Shoppen in Stockholmers Second Hand-Indie Shops; das Entdecken von Sience-Fiction-Geek-Shops (@Franz+Hanna: danke!) und die Kanelbullar bei Seven Eleven (the most delicious and most jucy cinnamon buns I've tried so far here in Sweden!)

We love Vintage! Langlauf in der Gamla Stan Stadsmuseet Stockholm Zauberstab-Shoppen in Stockholms Winkelgasse!

Absolute No-Gos in Stockholm: Essen/Trinken/Feiern gehen - diese Stadt ist einfach viel zu teuer! (Sandwiches ab 90 Kronen, der Eintritt für einen der Clubs ab 160 Kronen ohne Garderobe oder Getränke!)

 

Eine Studentin in Uppsalala Uppsalalala...!

Nein hier folgt keine schlagerreife Romanze mit einem nordischen Wikinger, aber es folgt dennoch eine wundervoll-schnulzige Liebesgeschichte:

In der Sonne im März,
da verlor ich mein Herz,
als ich sie damals sah,
die Stadt sie hieß Uppsala.

Eine Studentin in Uppsala-la-la-la la-la-la-la-la la-la-la-la-la

Eine Studentin in Uppsala-la-la-la la-la-la-la-la la-la-la-la-la

Und am Tage beim Fika,
auf den Königshügeln im Schnee,
sprach ich leise zu mir
"Ich bleib immer hier".
Und ich hatte kein Geld,
aber schön war die Welt,
denn der Himmel war nah,
ich, die Studentin in Uppsala.

 

Was war es also, dass mich an Uppsala so begeistert hat? Die Gässchen, der verschlafene Fluss "Fyrisån", welcher sich durch die Innenstadt zieht, der eindrucksvolle Dom (mit dem höchsten Bau in ganz Skandinavien), die Königsgräber in "Gamla Uppsala" und die antike Universität!

schneebedeckte Königsgräber nordische Runen Domkyrkan Uppsalas Innenstadt

Ich hätte mir Uppsala als schwedische Austausch-Universitätsstadt aussuchen sollen. Wer einen Fuß über die Schwelle der ältesten Universität Skandinaviens setzt, riecht förmlich die dicken Lederbände und es hat einen derartigen Touch von Hogwards, dass man Professor Dumbledore in einem der Säle vermuten würde! Wie kann man sich da nicht in diese Universität verlieben?

Gustavianum, das älteste Universitätsgebäude Skandinaviens Universität Uppsala

 

Insgesamt waren wir vier Tage intensivst Sightseeing und hatten jede Menge Spaß. Und das nächste Mal, wenn auf dem Oktoberfest das Lied "Ein Student aus Uppsala" gespielt wird, wird man mich definitiv am lautesten mit grölen hören!

Aus der Sicht eines Fremdlings

Dienstag, 02.04.2013

Nachdem es nun eine längere Pause von meinen Blogeinträgen gab, soll hier heute eine Art Special Edition erscheinen. Da ich letzte Woche Besuch aus der trauten Heimat von meiner Lieblingssabrina bekommen habe, dachte ich mir, dass es ganz nett wäre, wenn ein Außenseiter mein Leben hier in Schweden kurz beschreiben würde! So - enjoy everyone!

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Hallo. Hier ist ausnahmsweise nicht Louisa, sondern quasi eine „Gast-Autorin“.  Darum stelle ich mich mal kurz vor. Ich heiße Sabrina, bin 19 Jahre alt, wohne bei München und studiere zusammen mit dieser reizenden Blogbetreiberin  und hatte das Glück sie letzte Woche für ein paar Tage besuchen zu können.
Von Mittwoch bis Sonntag Abend war ich also in Kalmar unterwegs und schildere in diesem Gastbeitrag meine Erfahrungen und wahnsinnig tollen Erlebnisse dort. So viel nehme ich also schon mal vorne weg. Es war einfach super!
Zuerst meine Ankunft: Die Anreise war doch ziemlich lang, aber gewisse Billigfluglinien fliegen eben nur etwas abseits gelegene Flughäfen an. In Stockholm einmal angekommen (nach 1,5 Stunden Busfahrt!!) ging es mit dem Zug weiter nach Kalmar.  Um 19 Uhr konnten wir uns endlich – nach über zwei Monaten – in die Arme schließen und uns mal wieder persönlich unterhalten.  Sehr gutes Gefühl kann ich euch sagen!


Schon auf dem Weg vom Bahnhof zu Louisas Apartment habe ich Kalmar in mein Herz geschlossen.  Allein diese „typisch schwedischen“ Häuser haben mich sofort überzeugt – und meine Kamera auch. Ich glaube jedes einzelne Haus in ganz Kalmar wurde von mir fotografiert! Der Satz „Woah! Das Haus da ist sooooo schön!“ ist während meinem Besuch bestimmt am häufigsten gefallen.  In mehreren langen Spaziergängen haben Louisa und ich uns die Stadt erlaufen und wirklich alles angeschaut, was es so zu sehen gibt, also Dom, Schloss, „Wohnturm“ und sogar das Hotel, das Louisa die ersten Wochen behaust hat.  Am schönsten fand ich es am Meer. Auch, wenn es noch gefroren war. Es war dort einfach so idyllisch, dass ich gar nicht wieder weg wollte. Der Sonnenschein war da noch das i-Tüpfelchen.

Kalmar slottet Kalmarsund

Freitag war eigentlich der einzige Tag an dem das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat. Da gabs nämlich ziemlich viel Neuschnee und es war eiskalt- was uns von einem weiteren gesunden Spaziergang natürlich nicht abgehalten hat. Der ganze Schnee ist aber am nächsten Tag auch schon wieder geschmolzen, als sich die Sonne wieder gezeigt hat. Passend zu unserem Osterbrunch! Zusammen mit ein paar anderen Erasmus-Mädels wurde gemeinsam gegessen – viel gegessen! Jede hatte so circa zwei Gerichte vorbereitet und so hatten wir unendlich viel und unendlich gutes Essen.  Mjam, mjam. Wo wir schon beim Essen sind…kulinarisch wurden meine Erwartungen ebenfalls übertroffen! Das liegt vor allem an meiner tollen Gastgeberin, die mich rund um die Uhr verwöhnt hat…ohne schleimen zu wollen. Schon bei meiner Ankunft wurde ich mit selbstgemachten Kartoffelbrei, typisch schwedischen Köttbullar (schreibt man die so??) und einer passenden cremigen Soße überrascht. Außerdem wurde jeden Morgen ein riesiges Frühstück aufgetischt….für den guten Start in den Tag. Da blieb echt kein Wunsch offen!

Osterbrunch fika fika fika!

  Und auch die restlichen Tage war gar nichts auszusetzen – am Essen und auch nicht am übrigen Programm. Sogar Prominenz haben wir getroffen, also fast. Kevin Little-heißt der Mann, der an meinem ersten Abend in Kalmar ein Konzert gegeben hat. Das Konzert haben wir beim Feiern leider verpasst, aber ein gemeinsames Foto haben wir noch abgestaubt. Wer ihn nicht kennt: gar kein Problem. Wir kannten ihn auch nicht. Er hatte nur dieses eine Lied namens „Turn me on“, das man eventuell noch kennt. Auch die anderen Abende und Nächte waren toll. Sei es beim gemeinsamen DVD-Abend mit den Erasmus-Mädels, dem gemeinsamen Feiern, Shopping, Fika (ich liebe Fika!!!) oder einem gemütlichen sehr amüsanten Abend zu zweit.


Alles in allem hat es mit also wirklich sehr gut gefallen in Kalmar, wie ihr vielleicht schon raus gelesen habt. Ich weiß definitiv, dass das nicht mein letzter Besuch in Schweden war. Wirklich sehr nette Leute, die mir immer weiter geholfen haben - und das in einem  wirklich sehr guten Englisch. Louisa und ich hatten wirklich eine sehr, sehr gute Zeit und ich freue mich für sie, dass sie da drüben bei so lieben Leuten und an einem so schönen Ort aufgehoben ist und so viel Tolles erleben darf. Auch, wenn der Abschied mich doch ziemlich traurig gemacht hat, bin ich froh ein paar Tage bei ihr „reinschnuppern“ gekonnt zu haben und freue mich jetzt einfach, wenn sie weiterhin eine gute Zeit hat und am meisten natürlich, wenn sie wieder hier ist!

Liebe Grüße,
Sabrina

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